Südtiroler Dolomiten

König Laurin und sein Rosengarten

Die Südtiroler Bergwelt steckt voller Geschichten

Ein Ausschnitt aus der Sagenwelt der Dolomiten

In den mystischen Alpen wimmelte es in den Erzählungen schon immer vor Königen, Zwergen, Riesen und Hexen. Kinder finden solche Geschichten ganz besonders spannend. Auch in den Dolomiten gibt es Sagen, die bis heute nicht in Vergessenheit geraten ist. Eine davon ist jene von „König Laurin und seinem Rosengarten“, die wir vom Leitlhof Ihnen heute näher bringen möchten.

Der Rosengarten ist ein Berg der Südtiroler Dolomiten und hat nichts mit einem Garten voller Rosen zu tun, wie es uns die Laurin-Sage erzählen möchte. Vielmehr hat der Name seinen Ursprung in dem alten Wortstamm „ruza“, was so viel wie Geröllhalde heißt und somit viel eher zu einem Gebirgszug passt.

Die Sage von König Laurin und seinem Rosengarten

Südtiroler Dolomiten

Die Südtiroler Bergwelt steckt voller Geschichten

Vor sehr langer Zeit herrschte im Inneren des Berges Rosengarten der Zwergenkönig Laurin. Er besaß eine Menge Schätze, darunter eine ganz besondere Tarnkappe, die ihn unsichtbar machen konnte. Außerdem galt sein ganzer Stolz einem Garten vor seiner Felsenburg, wo das ganze Jahr rote Rosen blühten, die von einem goldenen Seidenfaden umspannt. Wehe, jemand versuchte, eine Rose zu pflücken, dann drohte ihm ein Fuß und eine Hand abgehackt zu werden. Eines Tages sah Laurin auf der Nachbarburg eine schöne, blonde Prinzessin namens Simhild. Er verliebte sich in sie und raubte sie mithilfe seiner Tarnkappe. Fortab lebte Simhild im Bergreich des Königs. Dort befiel sie Heimweh und ihr Bruder Dietleib beschloss, sie zurück zu holen. Dabei holte er sich Hilfe vom Gotenkönig Dietrich von Bern. Zusammen stürmten sie das Reich des Königs Laurin und zertrampelten die goldumspannten Rosen. Der König ritt zornig herbei und forderte Hand und Fuß der Eindringlinge. Den darauffolgenden Kampf verlor er trotz seiner Tarnkappe und musste schließlich Simhild freilassen. Eine List, die Sieger beim Mahl durch tausend Zwerge doch noch zu überwältigen, gelang ihm nicht. So erlosch mit dem Zwergenreich auch der Zauber des Rosengartens. Anstelle der Rosenpracht blieben nur noch kahle, bleiche Felsen übrig, die weder bei Tag noch bei Nacht etwas vom ursprünglichen Glanz haben sollten. Laurin vergaß jedoch, die Berge auch in der Dämmerung zu verzaubern. Daher leuchten die bleichen Berge vor Sonnenuntergang in schönstem Gold wie der seidene Goldfaden in König Laurins untergegangenem Rosengarten.

Die Erzählung vom König Laurin existiert übrigens nicht nur als mündlich überlieferte Sage, sondern auch als großes Heldenepos aus dem 13. Jahrhundert. Dieses wurde in 18 Niederschriften überliefert und zeugt damit von besonderer Bedeutung.

Sagenhaft wandern in den Dolomiten

Wenn Sie das nächste Mal einen Sonnenuntergang in den Dolomiten miterleben, dann erinnern Sie sich beim Anblick der goldenen Bergspitzen an König Laurin und seinen Rosengarten. Vielleicht hören Sie und Ihre Kinder beim Wandern auch ein Murmeln und Rascheln zwischen den Steinen – es könnten die Zwerge sein…

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Dietmar Walder

Dietmar Walder

Ich bin Dietmar Walder, wohne in Innichen und arbeite im Leitlhof an der Rezeption. Dort kümmere ich mich um das Marketing, die Kommunikation und die Werbung.

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